Systemtheorie und Massenmedien



Leschke - Einführung in die Medientheorie: Seite 216

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generelle Medientheorien:

Systeme:

Niklas Luhmann Soziale Systeme. Grundriss einer allgemeinen Theorie
. Suhrkamp 1987
Die folgenden Überlegungen gehen davon aus, dass es Systeme gibt S. 30

Es gibt selbstreferentielle Systeme. Das heißt zunächst nur in einem ganz allgemeinen Sinne: Es gibt Systeme mit der Fähigkeit, Beziehungen zu sich selbst herzustellen und diese Beziehungen zu differenzieren gegen Beziehungen zu ihrer Umwelt. Seite 31

Als Ausgangspunkt jeder systemtheoretischen Analyse hat die Differenz von Systemen und Umwelt zu dienen. Systeme sind strukturell an ihrer Umwelt orientiert und können ohne Umwelt nicht bestehen. Sie konstituieren und sie erhalten sich durch Erzeugung und Unterhaltung einer Differenz zur Umwelt. Ohne Differenz zur Umwelt gäbe es nicht einmal Selbstreferenz. Seite 35

Soziale Systeme entstehen dadurch (und nur dadurch), dass beide Partner doppelte Kontingenz erfahren und dass die Unbestimmbarkeit einer solchen Situation für beide Partner jeder Aktivität, die dann stattfindet, strukturbildende Bedeutung gibt. Seite 154

Das soziale Systeme ist gerade deshalb System, weil es keine basale Zustandsgewissheit und keiner darauf aufbauenden Verhaltensvorhersagen gibt. Seite 157

Der elementare, Soziales als besondere Realität konstituierender Prozess ist ein Kommunikationsprozess. Seite 193

Diejenigen evolutionären Errungenschaften, die an jenen Bruchstellen der Kommunikationen ansetzen und funktionsgenau dazu dienen, Unwahrscheinliches in Wahrscheinliches zu transformieren, wollen wir Medien nennen. Seite 220

Auf Grund von Sprache haben sich Verbreitungsmedien, nämlich Schrift, Druck und Funk entwickeln lassen. Erreicht wird damit eine immense Ausdehnung der Reichweite des Kommunikationsprozesses, die ihrerseits zurückwirkt auf das, was sich als Inhalt der Kommunikationen bewährt. Die Verbreitungsmedien seligieren durch ihre eigene Technik, sie schaffen eigene Erhaltungs-, Vergleichs- und Verbesserungsmöglichkeiten, die aber jeweils nur auf Grund von Standardisierungen benutzt werden können. Seite 221

Als symbolisch generalisiert wollen wir Medien bezeichnen, die Generalisierungen verwenden, und den Zusammenhang von Selektion und Motivation zu symbolisieren, das heißt: als Einheit darzustellen. Wichtige Beispiele sind: Wahrheit, Liebe, Eigentum/Geld, Macht/Recht, in Ansätzen auch religiöser Glaube, Grunds ist und heute vielleicht zivilisatorisch standardisierte " Grundwerte". Seite 222

Niklas Luhmann
Systemtheorie
Medientheorie


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