September 2008
August 2008


Immer wieder neu und immer wieder faszinierend anders ist für mich Luhmann-Lektüre. Seine "Gesellschaft der Gesellschaft" liegt immer griffbereit neben meinem Lesebett:

Niklas Luhmann
Die Gesellschaft der Gesellschaft

Suhrkamp 1998
pg 44
: Medium Sinn - Sinn ist demnach ein Produkt der Operationen, die Sinn benutzen, und nicht eine Weltqualität, die sich einer Schöpfung, einer Stiftung, einem Ursprung verdankt. Es gibt demnach keine von der Realität des faktischen Erlebens und Kommunizierens abgehobene Idealität.
- das Gedächtnis konstruiert Strukturen nur für momentanen Gebrauch zur Bewahrung von Selektivität und zur Einschränkung von Anschlussfähigkeit.
Es ist eine Selbstillusionierung sinnkonstitutionierender Systeme, wenn sie meinen, zeitüberdauernde Identitäten habe es immer schon gegeben und werde es weiterhin geben, und man könne sich daher auf sie wie auf Vorhandenes beziehen. Alle Orientierung ist Konstruktion, ist von Moment zu Moment reaktualisierte Unterscheidung.
- Psychische und soziale Systeme bilden ihre Operationen als beobachtende Operationen aus, die es ermöglichen das System selbst von seiner Umwelt zu unterscheiden - und dies obwohl die Operation nur im System stattfinden kann. Sie unterscheiden anders gesagt, Selbstreferenz und Fremdreferenz. Für sie sind Grenzen daher keine materiellen Artefakte, sondern Formen mit zwei Seiten.

Auszüge aus Büchern von Niklas Luhmann


Ein zweites Buch, das immer wieder, bei jedem Wiederlesen neue Gedanken anstösst ist George Spencer Browns Laws of Form - dt. Gesetze der Form:

George Spencer Brown
Gesetze der Form

Übersetzung: Thomas Wolf
Bohmeier Verlag 1997
Spencer Brown GdF 192:
Last Word
Existence is a selective blindness.
Use „blindness“ as paradigmatic of any sense, e.g.“deafness“, „tastlessness“, etc.
We notice one side of a thing-boundary at the expense of paying less attention to the other side. We notice a dish to be washed up in the sink by paying scant attention to the not-dish universe that our definition of the dish-boundary equally defines. Were we to pay equal attention to both sides, we would have to attribute to them equal value, and then the dish boundary would disappear. The dish‘s existence would cease, and there would be nothing to wash up.
Wenn wir sagen, wir spülen das Geschirr, tun wir diesem tatsächlich überhaupt nichts: Wir tun es dem Rest des Universums, welches wir abkratzen, um dem Geschirr eine saubere Grenze zu geben.
We do exactly the same with ourselves. When we die the self-boundary eventually disappears. Before it did so, we described a huge value to what we called „inside“ of ourselves, and comparatively little value to what we called „outside“.
The death experiences thus ultimately the loss of selective blindness to see both sides of every distinction equally.

Auszüge aus Büchern von und über George Spencer Brown






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