Günter Wohlfart

Günter Wohlfart
Zhuangzi

Herder Spektrum

Seite 51 Dao - der Weg
Ein Weg, der sich richten/bereiten/herstellen lässt,bzw. den man bahnen/machen (im Sinne von: seinen Weg machen) kann, ist nicht der gewöhnliche/übliche (sich von Natur aus/von selbst stetig verändernde, in stetigem Wechsel bzw. in ständigem entstehen und Vergehen begriffene ) Weg.

Seite 53 Wandlungen - der Schmetterlingstraum
Das Dao ist der immanente Lauf der Natur, der sich im Wandel der Dinge von-selbst-so vollzieht. Dao ist keine transzendente letzte Wirk-Ur-Sache, die hinter oder über den Dingen stünde...Dao ist die Selbst-Erzeugung, das Sich-von-selbst-Ergeben, das von-selbst-so Entstehen und Vergehen der Dinge.

wohlfart-wandlungen

Seite 90
Der wahre Mensch atmet von den Fersen her, die meisten Menschen atmen durch die Kehle. Zhuangzi 6.1

Seite 93
Zhuangzi 6.2

Seite 97
Wohlfart Zhuangzi 97
Zhuangzi 6.3
Der Weg hat Umstände und hat Zeichen,
er er ist ohne Tun und ohne Form


有 情 有 信
you qing you xin
無 為 無 形
wu wei wu xing
Der Weg hat Umstände und hat Zeichen, er er ist ohne Tun und ohne Form.
Der Weg dao hat Umstände (und einen Sachverhalt) you qing 有 情 und hat (zuverlässige) Zeichen you xin 有 信, er ist ohne Tun wu wei 無 為 und ohne Form wu xing.無 形
dao you qing you xin wu wei wu xing

Seite 105
...de
m konfuzianischen Ideal des Erinnerns, Behaltens und Bewahrens steht das daoistische Ideal des Vergessens gegenüber. Mit den Worten aus Kapitel 15.1 des Zhuangzi könnte man es so formulieren: wu bu wang ye wu bu you ye , nicht nicht vergessen, nicht nicht haben. Alles vergessen und doch alles haben.
Zhuangzi 6.9

Seite 110
Zhuangzi 7.3



Günter Wohlfart
Der Philosophische Daoismus

Ed. Chora


Seite 117 Kunst ohne Kunst - Der Koch
Hohe Kunst ist am Ende - nach jahrelanger Übung - Kunst ohne
Kunstfertigkeit, ohne eine vorgegebene Methode. Muß der lebendige Pinselstrich nicht spontan sein wie ein ,fliegender Drache' und ein ,tanzender Phönix' (long fei feng wu )? Findet der Pinsel nicht seinen ,Weg' von selbst? Grosse Kunst folgt den Dingen, wie sie sind, - ganz natürlich und spontan - von selbst so - ziran.6 Ziran ist ein, vielleicht der Schlüsselbegriff chinesischer Ästhetik.


Seite 101
Ziran – Von-Selbst-So

Konjekturen zu einer daoistischen Quelle des Zen
Einleitung: Im Laozi wie im Zhuangzi finden sich bekanntlich Begriffe, die von fundamentaler - wenn auch häufig zu wenig beachteter - Bedeutung für den Chan- bzw. den Zen-Buddhismus sind. In der Bodhidharma, dem legendären ersten Patriarchen des Zen in China, zugeschriebenen Rede Über die Weitergabe der Lehre heisst es lapidar: Dao ist Zen


Günter Wohlfart
Die Kunst des Lebens und andere Künste

Parega 2006

Seite 50
Fischreusen ( quan) gibt es wegen der Fische (yu) (d.h. Fischreusen gebraucht man um Fische zu fangen). Wenn man die Fische bekommen (gefangen) hat, kann man die Reusen vergessen. Hasenfalle (ti) gibt es wegen der Hasen (tu) (Hasenfallen gebraucht man, um Hasen zu fangen). Wenn man die Hasen bekommen (gefangen) hat, kann man die Fallen vergessen.
Wörter (yan) gibt es wegen der Bedeutung (yi) (Wörter gebraucht man um Bedeutungen zu fangen bzw. etwas mit ihnen anfangen zu können). Wenn man die Bedeutung mitbekommen hat (wenn man auf das gekommen ist, worauf die Wörter deuten bzw. den Sinn der Sache erfasst hat und insofern zufrieden (de yi) ist) kann man die Wörter vergessen (wang).

Seite 140
143
Alles kommt auf die Passung an. Es gilt gut aufzupassen, um nicht den rechten Augenblick zu verpassen... es kommt darauf an, die gute, die passende Gelegenheit beim Schopf zu fassen. Es ist gut, die passende Antwort zu geben auf das, was passiert. Und das ohne Getue tun zu können, muss man gut auf die momentane Situation eingespielt sein... dazu braucht er einen klaren Herz-Geist. Ein klarer Herz-Geist ist ein leerer Herz-Geist. Nur eher kann die Sachlage klar widerspiegeln. Ein leerer Herz-Geist ist ein Herz-Geist, der die Prinzipien, Maximen, Richtlinien und Regeln verinnerlicht (erinnert) und vergessen hat. Er braucht keine bewusste Kontrolle mehr auszuüben, mehr noch: er darf als Kontrollinstanz nicht mehr intervenieren, denn das, was sich gutmacht, regelt sich dann in einem Regelkreislauf selbst. Dieses Nicht-Intervenieren (wu wei) ist offenbar von entscheidender Bedeutung.

Seite 176
Zhuangzi 17.13 Die Freude der Fische

Seite 184
Das Miteinander-So und die gegenseitige Entsprechung

Seite 212
Zhuangzi 7.7 Hundun



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